Der Stichel muss tanzen

Der Kosmos eines Geistes

“Der Stichel muss tanzen”, sagt Erich Stahl. Ist es der Stichel allein? Aus dem Tanz des Lebens formen sich Linien, Formen, Farben, Helligkeiten, Gestochenes, Gezeichnetes, Gedrucktes, Assembliertes. Die Toten springen wieder, möchte man sagen in der Betrachtung des Fetzenbildes Nr. 20.


Das Quirlige des Tanzes versteckt sich mitunter. In großformatigen Linolschnitten tritt uns Monumentales buchstäblich entgegen. Auch in anderen Arbeiten ist diese Geste nicht selten prägend. Schaut man genau hin, zeigt sich das Tanzen in ihren Rändern, im Hintergrund, in den Flächen der großen Form. So sehr das Bild einer Menschheit im geistigen Auge aus der Geschichte heraustritt: Vitalität wird gelebt durch jedes einzelne Leben. Dort trifft man sich.


Kugelschreiberlinien auf Papier offenbaren, wie Begegnungen im Künstlerinneren ankommen. Aus der Welt entstehen Welten. Sie werden wieder entlassen in scheinbar flüchtigen Bewegungen einer Hand. Sie demonstrieren eigene Vitalität. Sie gebären Gestalten, zeigen Zähne, zelebrieren Körperhaltungen. Gruppen ziehen durchs Papier, als verschwänden sie im nächsten Augenblick jenseits des Weiß. Tier und Mensch verschmelzen im Mysterium ihres Tuns.


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